Chronik der Karnevalsgesellschaft Kirchspiel Lohn e.V. 

Nachdem der Karneval im Kirchspiel vom Aussterben bedroht war, wurde im Jahre 1977 der Gedanke geboren, eine Karnevalsgesellschaft zu gründen. Dies war damals leichter gesagt als getan: Es waren zwar einige da, die früher schon einmal in Lohn, Fronhoven-Langendorf und Erberich aktiv karnevalistisch tätig waren, aber diese Leute mussten zunächst einmal wieder für den Karneval mobilisiert werden. Letztlich gründeten diese doch keinen neuen Verein, da kein Geld zur Verfügung stand.
So entschloss man such die Sache in Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen zu versuchen.
Am 14. April 1977 erging die Einladung an alle Ortsvereine mit der Bitte jeweils zwei Vertreter zu entsenden. Diese beiden Vertreter sollten dann in Zukunft „ihren“ Verein in der Gemeinschaft vertreten.
Am 28. April 1977 war schließlich die erste Zusammenkunft in der damaligen Gaststätte Gatzen. Folgende Vereine hatten ihre Wertrer zu diese Versammlung entsandt:
Der FC Rhenania Lohn, der Spielmannszug Lohn, der Spielmannszug Fronhoven Langendorf, die Gesangvereine Fronhoven und Lohn, der Kirchenchor und die Feuerwehr.
Zuvor hatte man im kleinen Kreis einige Vorbesprechungen gehalten, um der ersten Versammlung konkrete Vorschläge machen zu können.
Als erstes musste man einen Namen finden. Von der Anwesenden wurde „IG Karneval Kirchspiel Lohn“ vorgeschlagen. Um den neu zu gründenden Verein finanziell auf die Beine zu stellen, wurde vereinbart, dass jeder der acht Vereine als Startkapital DM 100,- einzahlen musste. Als Gegenleistung werde bei einem evtl. erzielten Gewinn nach den ersten Veranstaltungen der Überschuss zu gleichen Teilen an die acht Vereine ausgezahlt. Allerdings einigte man sich, einen Sockelbetrag  von mindestens DM 800,- zurückzuhalten.
Nachdem diese grundsätzlichen Dinge geklärt waren, musste ein Vorstand gewählt werden. Unter Vorsitz von Heinz Naeven (Lohn) wurde die erste Vorstandswahl durchgeführt. Somit stand der erste Vorstand fest und sein Arbeit konnte beginnen.

Dieser kleine Vorstand von acht Personen soll bei größeren Entscheidungen durch einen Vertreter der acht Vereine gestärkt werden. Die erste größere Arbeit des Vorstandes war die Erstellung einer Satzung am 26. Mai 1977 im Lokal Rinkens, Fronhoven gebilligt und unterschrieben.
Damit waren sogleich die Weichen für die kommenden Jahre gestellt und der 26. Mai 1977 wurde als Gründungsdatum festgehalten. 

Erste Veranstaltungen 

Alle Vorstandmitglieder waren sich darüber einig, im ersten Jahr fünf Veranstaltungen durchzuführen und zwar eine Kappensitzung und vier Kostümballe.
Um ein Sitzung durchführen zu können, benötigte man auch einen Sitzungspräsidenten. Dieser wurde Cornel Brock, der dieses Amt schon einmal im Lohner Karneval für den MGV Lohn inne hatte. Heinz Naeven (Lohn) wurde Stellvertreter.
Da man im Kirchspiel Lohn auf keinen Saal mehr zurückgreifen konnte, musste eine Zeltverleiher angesprochen werden.
Nach einigen Versammlungen im kleinen Kreis traf man sich am 14. September 1977 zur ersten großen Vorstandssitzung. Im Laufe des Abends machte man sich über die Akteure der ersten Sitzung Gedanken. Nun galt es ein vorläufiges Programm für die Sitzung aufzustellen. Mit Freude konnte der Vorstand feststellen, dass sich einige bereiterklärten, aktiv bei der Sitzung mitzuhelfen. Cornel Brock wurde unterdessen beauftragt einen Elferrat aufzustellen. Einige Tage vor der ersten Sitzung musste Cornel Brock das Präsidentenamt aus beruflichen Gründen ausgeben. Somit wurde Heinz Naeven Sitzungspräsident.
Am 28. Januar 1978 war es dann endlich soweit: Die erste Sitzung konnte beginnen.
Bei der Kappensitzung wirkten mit:
Der Spielmannszug Fronhoven-Langendorf, Peter Saus (Büttenrede) aus Langerwehe, August Kessel (Gesangsvortrag), Marlene Dickmeis und Else Gossen (Zwiegespräch), Tanzgruppe aus Langerwehe, Heinz Clermont
U (Büttenrede) Narrengarde Dürwiß, Willy Thelen, Fred Siegers, Dieter Wimmers und Toni Theisen (Gesangsquartett), Spielmannszug Lohn, Peter Gossen (Büttenrede) Weisweiler, Therese Lentzen (Büttenrede), Johannes Gatzen und Ralf Weiße (Zwiegespräch), Schwatz on Wiss alias Jean Freialdenhoven und Heinrich Pennartz (Gesangsvortrag), Hanni Lövenich als Wellem (Büttenrede) und unser Männerballett. Für die damalige Zeit selbstverständlich, besuchte uns der Eschweiler Karnevalsprinz Herbert I. von der KG Eefelkank. Sein Besuch war deshalb so ungewöhnlich, da wir zu dem Zeitpunkt noch nicht dem Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler angehörten Um so schöner war es für uns, einen richtigen Prinzen mit Gefolge bei uns zu haben.

Erste Probleme im zweiten Jahr

Nach der ersten erfolgreichen Session sollten di ersten Stolpersteine den normalen Geschäftsbetrieb unserer Gemeinschaft stören.
Nachdem man mit dem Zeltverleiher nach längerer Verhandlung einen Vertrag abgeschlossen hatte, erhielten wir sechs Wochen vor der Kappensitzung die Nachricht, dass die Firma kein Zelt zur Verfügung stellen konnte. Somit drohten gleich im zweiten Jahr alle Veranstaltungen zu platzen. Buchstäblich in letzter Minute hatten wir doch einen Zeltverleiher gefunden. Da dieser Zeltverleih aber nicht in der Lage war, einen Wirt für unsere Veranstaltung zu finden, hatten wir ein neues Problem.
Am 13. Dezember 1978 wurde dann endlich mit einem Zeltverleiher aus Aachen ein Vertrag abgeschlossen. Da auch er zunächst keinen Wirt für uns hatte, standen unsere Veranstaltungen immer noch unter einem Fragezeichen. Schließlich fand man dann doch einen wird, so dass wir uns endlich auf die Session und das Programm vorbereiten konnten.
Erfreulich war es, dass fast alle Akteure der ersten Sitzung wieder mitmachten wollten.
Nach mehreren Monaten harter Probenarbeit, konnte die IG Karneval ihr erstes Damenballett in der Öffentlichkeit präsentieren. Die Mädchen traten unter dem Namen „IG Ballett Kieschspellss Meisjes“ auf.
Damit das Festzelt etwas freundlicher gestaltet wurde, konnten wir Willi Naeven und Peter Theisen für den Innenausbau gewinnen. Peter Theisen
U sollte einen Elferratstisch anfertigen, den man mit wenigen Handgriffen auf und abbauen konnte und Willi Naeven war für die Malerarbeiten und Dekorationen zuständig.
Am 17. Januar 1979 fand dann die zweite Kappensitzung statt. Was vorher keiner ahnen konnte war eingetreten. Es kamen so viele Gäste, dass das Zelt überfüllt war und einige wieder nach Hause gehen mussten, weil sie keinen Platz mehr bekamen.

Wieder Karnevalsumzug 

Nach 10 Jahren Pause wurde die Tradition eines Dienstagsumzuges von Fronhoven-Langendorf übernommen. Dieser ging anders als heute, in gelockerter Atmosphäre, ohne große Organisation, vonstatten. Man zog mit einigen Gruppen, begleitet von den Spielmannszügen Lohn und Fronhoven. Damit der Zug wegen seiner „großen Länge“ nicht zu schnell aufgelöst werden musste. Machte man an verschiedenen Stellen im Ort einen künstlichen Halt. Meistens wurden die Zugteilnehmer von verschiedenen Familien zu einer flüssigen Stärkung eingeladen.

Erste Gedanken zum Beitritt ins Karnevalskomitee

Im Juni 1980 kam der Gedanke auf, sich dem Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler anzuschließen. Hierzu wurde Jupp Carduck eingeladen, der uns eine Satzung überreichte. Damit wir uns über einen evtl. Beitritt Gedanken machen konnten. Am 07.01.1981 wurde dann mit einfacher Stimmenmehrheit ein Beitritt abgelehnt.
Erstmal wurde im November 1980 im heutigen Vereinslokal „Alt-Lohn“ eine Sessionseröffnung mit Erbsensuppenessen gehalten. Musikalisch wurde der Abend von Peter-Heinz Arnolds gestaltet. Als Büttenredner hatte sich der „Neubürger“ von Neu-Lohn, Horst Drewnoik, Als „Doover Sauerländer“ vorgestellt. Nach seinem tollen Einstand wurde er selbstverständlich für die nächste Kappensitzung verpflichtet. 

Erste Kindersitzung nach 20 Jahren am 25. Februar 1981 

Nach dreijährigem bestehen der IG kam der Gedanke auf, etwas für den Nachwuchs zu tun. Toni Theisen machte den Vorschlag eine Kindersitzung zu organisieren. Dieser Vorschlag wurde positiv aufgenommen. Schnell fand man einige Damen und Herren, die sch mit der Organisation und den Proben für die Kindersitzung befassten. So wie die „Alten“ so auch die „Jungen“ sagte man sich und gründetet prompt eine Kindertanzgruppe. Zwölf Kinder im Alter von 7  bis 9 Jahren erlernten unter Leitung von Annelise Mürkens und Hilde Theisen die ersten Tanzschritte. Über sieben Jahre blieb diese Gruppe zusammen und wurde später von Therese Vorpahl trainiert. Bei der ersten Kindersitzung am 25. Februar 1981 war der Andrang im Festzelt so groß, dass keine Maus mehr ins Zelt passte. Dieser grandiose Erfolg war gleichzeitig auch Ansporn für die kommenden Jahre. Musikalisch wurde die Kindersitzung von Toni Theisen gestaltet. 

Erste Gedanken zur Auflösung der IG 

Bei der Jahreshauptversammlung am 15.04.1981 wurden die ersten Stimmen laut, die Interessengemeinschaft zugunsten einer Karnevalsgesellschaft umzuwandeln. Dieses Vorhaben wurde in zum Teil harter Gangart diskutiert, bis man zu dem Entschluss kam, dem eben neu gewählten Vorstand diese Aufgabe zu übertragen. Bis zur Verwirklichung dieses Gedankens sollte es aber noch einige Zeit dauern.
Am 04. Juni 1981 gab es eine Vorabstimmung über das Thema KG als eigenständiger Verein. Für die Gründung sprachen sich der MGV Lohn, der Kirchenchor und die Feuerwehr aus. Unter gewissen Voraussetzungen waren auch der Spielmannszug Fronhoven –Langendorf, die Schützenbruderschaft und der MGV Fronhoven bereit eine KG zu gründen. Gegen den Vorschlag waren der Spielmannszug Lohn und der FC Rhenania Lohn. Nach diesem Ergebnis wurde dieses Thema wieder vertagt. 

Zerbröckelung der Interessengemeinschaft 

Im Hinblick auf die geplante Umwandlung der IG in eine KG zog der Kirchenchor seine Mitgliedschaft aus der IG zurück. Ansonsten verlief die Karnevalssession mit ihren Veranstaltungen normal weiter.
Am 11. Juni 1982 veranstalteten wir ein Grillfest. Da alle Getränke und Speisen von Rheinbraun und dem Zeltverleiher Offermanns gestiftet wurden, konnten wir alles kostenlos an die Besucher weitergeben.

Neuer Elferratstisch 

Bedingt durch das Auf- und Abbauen des Elferratstisches in den ersten sechs Jahren, war dieser so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass ein neuer Tisch angefertigt werden musste. Fred Siegers erstellte hierfür eine Zeichnung, die dann der Firma Rheinbraun vorgelegt wurde.
Schließlich erteilte die Firma Rheinbraun den Auftrag, für die KG einen stabilen Elferratstisch zu bauen. Dieser Tisch wurde wiederum von Willi Naeven, kunstgerecht bemalt. Er gestaltete auch die neue Rückwand des Festzeltes. Beides kam bei der Kappensitzung am 25. Februar zum ersten Einsatz. 

Zweiter Austritt aus der IG 

Bei der Jahreshauptversammlung vom 4. April 1984 trat der Spielmannszug Fronhoven-Langendorf aus der IG aus. Dieses wurde mit Bedauern zur Kenntnis genommen, musste dennoch letztlich akzeptiert werden. Nach einer längeren Sommerpause wurde dam 12. Oktober 1984 wieder ein Grillfest zusammen mit Rheinbraun in der Grillhütte gefeiert.

Neues Mitglied in der IG

Bei der großen Vorstandssitzung am 26. November 1984 fand die Abstimmung über die Aufnahme der Silvester-Bläser in die IG statt. Die Abstimmung viel positiv für die Silvester-Bläser aus. Somit waren auch sie Mitglied in der IG.
Eine weitere Änderung des Programms wurde an diesem Abend vorgenommen. Der Altweiberball wurde von Donnerstag auf Freitag vor Karneval gelegt und als Möhnen- und Lumpenball deklariert.
Bedingt durch die schlechte finanzielle Lage der IG in der Session 1984/85 konnte für die Kappensitzung kein Fanfarencorps verpflichtet werde. Dafür spielten die neu in der IG vertretenen Silvester-Bläser erstmals das Finale der Sitzung.

IG Karneval mit neuem Namen

Die Jahreshauptversammlung am 26. April 1985 brachte einige Änderungen mit sich.
Erstmals nach der Gründung wurde eine Satzungsänderung vorgenommen. Der Verein nennt sich in Zukunft "KG Kirchspiel Lohn".
Des Weiteren schied der 2.Vorsitzende Franz-Josef Auer aus, blieb aber der KG als stellv. Präsident erhalten.
Als drittes wichtiges Ereignis sei zu erwähnen, dass der MGV Fronhoven-Langendorf seinen Austritt aus der KG bekannt gab.
Nach einer kurzen karnevalistischen Pause ging es am 1. Bebruar1986 mit der Kappensitzung wieder los.